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Samstag, 12. Oktober 2019

Viszlát!

Hallo, ihr Lieben!

Anlässlich eines Geburtstages im Team Rumänien verbrachten wir eine lange Nacht im Jazz&Blues Club in Targu Mures. 💥 Trotzdem hieß es für uns heute zeitig aufstehen, denn unser letzter Umzug stand bevor. Pünktlich um 11 Uhr starteten wir mit unseren voll gepackten Autos in Richtung Cluj-Napoca - der Stadt, in der wir vor fast zwei Wochen unsere Reise begonnen haben.

Wir wären nicht im Land der kaputten Autos, wenn alles mit den Mietwagen geklappt hätte, deswegen leuchtete bei Vanessas Auto auch auf der Rückfahrt eine ROTE Kontrollleuchte auf. Nachdem wir gemeinschaftlich am Straßenrand beschlossen hatten, dass wir keine andere Wahl haben als weiterzufahren, kamen wir Gott sei Dank auch heil an unserem Ziel an. Die Lampe leuchtet zwar immer noch, aber ab morgen ist das ja nicht mehr unser Problem. 🙈


Um 14 Uhr erreichten wir schlussendlich unsere letzte Unterkunft. Der Vermieter ist total freundlich, er unterhält sich mit uns teilweise auf englisch und den Rest managen wir mit Google-Übersetzer. Er hat uns sogar unser Essen für heute Abend bestellt, weil hier keiner Deutsch oder Englisch spricht.
Die beiden Apartments sind sehr süß eingerichtet und wir fühlen uns pudelwohl, leider sind wir in wenigen Stunden schon wieder weg.



Morgen reisen wir schon sehr früh wieder ab, denn 6.20 Uhr startet unser Flieger in Richtung Heimat. Erst fünf Stunden später werden wir in Dresden ankommen, wenn alles nach Plan verläuft.

Im Nachhinein betrachtet vergingen diese zwei Wochen wie im Flug. Wir sind uns definitiv einig, dass es eine unvergessliche Zeit war und wir viel über uns selbst und Rumänien lernen durften.
Wir haben wunderschöne Orte gesehen und mindestens genauso tolle Menschen auf unserer Reise kennengelernt.
Unsere Reise wäre ohne so viele Menschen nicht möglich gewesen und dafür möchten wir uns heute noch einmal offiziell bedanken.
In erster Linie geht dieser Dank natürlich an Herrn Naacke, unseren Organisations- und Kommunikationslehrer, denn er hat unsere Klasse zu solch einem riesigen Projekt inspiriert und uns stets unterstützt.
Vielen Dank auch an György, Christiane und Józso dafür, dass ihr uns gezeigt habt, wie man in der Natur überlebt und über seine Grenzen hinausgeht.
Danke auch an Herrn Neumerkel, dass Sie uns in den Arsch getreten haben, wenn es notwendig war und uns stets motiviert haben. Diese Woche mit Ihnen werden wir definitiv nie vergessen.
Attila Puskás möchten wir auch an dieser Stelle ebenso unseren Dank aussprechen. Sie haben uns zusammen mit den Schülern einen zielführenden Terminplan für die zweite Woche ausgearbeitet und uns durch den Schulalltag begleitet. Durch Sie und unsere Englischlehrerin, Frau Balasz, ist in diesem Jahr eine neue Partnerschaft zwischen zwei Schulen verschiedener Kulturen entstanden und wird hoffentlich noch vielen weiteren Schülern einen Austausch ermöglichen.
Der größte Dank gilt in diesen zwei Wochen jedoch unseren ungarischen Partnerschülern Tekla, Andi, Balint, Heni, Krisztina und Noémi. Ihr wart die komplette Zeit an unserer Seite, habt für uns unzählige Dialoge und Speisekarten übersetzt, habt uns für ein Wochenende ein zu Hause gegeben, bei diversen Terminen begleitet und unsere zweite Woche komplett durchorganisiert, sodass nie Langeweile aufkam. Ihr seid die gastfreundlichsten und herzlichsten Menschen, die wir je getroffen haben. Wir durften euch persönlich, eure Mentalität und Kultur näher kennenlernen und würden uns wünschen, dass wir uns eines Tages vielleicht einmal in Deutschland wiedersehen. Wir werden euch sehr vermissen! ❤

Wir durften über uns hinauswachsen. Vielen Dank an alle von euch, die uns bei dieser Reise begleitet haben.

Auf ein vorerst letztes Mal viszlát- auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Sabrina und Vanessa 😊

Freitag, 11. Oktober 2019

Letzter Tag in Targu Mures

Hallo, Ihr Lieben!

Auch an diesem etwas frischen Morgen liefen wir das letzte mal die 30 Minuten von unserer Ferienwohnung zur Partnerschule. Dort angekommen besuchten wir die Klasse von Noémi, Heni und Krisztina. Erneut erzählten wir etwas über unser Leben in Deutschland, das dortige Bildungssystem und die fünf Säulen der Sozialversicherung. Die Ungarn durften auch jederzeit Fragen stellen, was sie gerne ausnutzten. Nach dem Besuch dieser Klasse hielten wir noch je eine Unterrichtsstunde in einer neunten und eine in einer zwölften Klasse. Doch beide Klassen waren eher zurückhaltend und stellten nicht so viele Fragen.


 Während dieser Woche in der ungarischen Partnerschule fiel uns auf, dass hier Pünktlichkeit nicht sehr groß geschrieben wird. Die Schüler kamen teilweise 15 Minuten zu spät, weil sie sich noch bei McDonalds ein Eis kaufen mussten. Doch Attila, der Deutschlehrer von Bolyai Farkas, erklärte uns, dass ihm diesbezüglich die Hände gebunden sind. Die rumänische Regierung gibt den Lehrern kaum Raum durchgreifen zu können.

Wir verließen unsere Partnerschule ein letztes Mal. Es war sehr interessant diese andere Mentalität im Unterricht zu erleben. Zumal uns das traditionelle Gebäude, welches uns sehr an Hogwarts erinnerte, sehr beeindruckte. Nicht zuletzt sind wir unendlich dankbar für die tolle Gastfreundschaft der Lehrer.


Nach der Schule ging es für uns zusammen mit Andi in ein Altenpflegeheim. Hier wohnen 54 Pflegebedürftige Menschen, welche im Monat ca. 500 € für diesen Heimplatz bezahlen. Im Vorfeld stellten wir uns ein eher heruntergekommenes altes Haus vor. Jedoch wurden wir eines Besseren belehrt. Die Menschen wohnen in sehr modernen Apartments, da das Pflegeheim erst seit fünf Jahren in Betrieb ist.


Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Rumänien keine Pflegeversicherung. Das Pflegeheim bekommt somit keinerlei staatliche Unterstützung. Allerdings wird es durch die Kirche und Spenden unterstützt. Drei Krankenschwestern kümmern sich in einer zwölf Stunden Schicht um die Bewohner und sind erster Ansprechpartner.


Nach dem doch überraschenden Besuch im Pflegeheim trafen wir uns mit István, einem ungarischen Schüler aus Teklas Klasse, vor dem Kulturpalast. Dieser wurde im ungarischen Jugendstil erbaut. Wir waren beeindruckt wie imposant dieses Gebäude war. István erklärte uns viel über die Geschichte dieses Hauses und die Widmung an Franz Joseph I, einem österreichisch-ungarischen Kaiser.


Nach diesem Besuch machten wir noch einen kleinen Stopp im Eingangsbereich des ungarischen Rathauses. Auch dieses wurde wieder im Jugendstil erbaut und sah dementsprechend imposant aus.


Da dies unser letzter Abend in Targu Mures ist und wir uns somit auch heute von unserem Gastschülern verabschieden müssen, werden wir den heutigen Abend noch gemütlich in einem Restaurant ausklingen lassen.

Morgen fahren wir vormittags mach Cluj Napoca und werden diese Stadt noch etwas erkunden.

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Vanessa und Sabrina 😊

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Wir müssen ins Krankenhaus

Hallo, ihr Lieben!

Auch heute starteten wir wieder zeitig in den Tag. Um 8:45 Uhr trafen wir uns mit Noémi und Heni vor unserer Partnerschule. Gemeinsam besuchten wir einen Studium Verein, welcher gleich zwei Querstraßen von der Schule entfernt war. Aber so richtig wussten wir alle nicht, was dies sein sollte. Als wir ankamen erwartete uns ein kleines gemütliches Häuschen. Die Mitarbeiterin des Hauses erklärte uns, dass sie hauptsächlich ungarische Studenten unterstützen. Es ist eine Art Hintergrundorganisation für die medizinische Universität. So können die zukünftigen Ärzte kostenfreie Apartments in jeder größeren Stadt beziehen und während ihrer Studienzeit und sogar darüber hinaus dort leben. Die Organisation wird allerdings nicht von dem rumänischen Staat unterstützt, bekommt dafür aber Hilfe von der ungarischen Regierung. Der Studium Verein ist in Ungarn ein Institut von nationaler Wichtigkeit, in Rumänen hingegen nicht. Neben dem kostenfreien Apartment gibt es für die Studenten auch eine Bibliothek oder gemeinsame Veranstaltungen an denen sie teilnehmen können. Letztere werden vom Verein organisiert, damit die ungarischen Studenten sich untereinander, aber auch mit Leitern der Krankenhäuser Transsilvaniens, kennenlernen und vernetzen. Des Weiteren gibt es finanzielle Unterstützung für die werdenden Ärzte in Form von Stipendien. Für uns war es wirklich verwunderlich, wie dieser Verein sich lediglich von der staatlichen Unterstützung der Ungarn und Spenden aus der Region halten kann.
Seine Arbeit ist jedoch umso wichtiger, denn die Hauptaufgabe besteht darin, die frisch gebackenen Ärzte auch in Rumänien zu halten. Heutzutage ist es nämlich ein großes Problem, dass immer mehr Ärzte in andere Länder abwandern. Um dies zu verhindern, wurde der Studium Verein unter anderem ins Leben gerufen.

Wir waren überrascht, dass es so eine kostenfreie und tolle Möglichkeiten für Studenten gibt. Da wir erst 13 Uhr unseren nächsten Termin in einem Krankenhaus hatten, nutzten wir die Zeit um einen Wochenmarkt zu besuchen. Dies ist ein rumänischer Markt, welcher deshalb von unseren Gastschülern gemieden wird. Allerdings war es interessant sich durch diverse Spezialitäten der Region durchzuprobieren. Neben Käse und Honig gab es auch viele verschiednen Dips aus Knoblauch. Schließlich sind wir im Land der Vampire, natürlich mussten wir da alle etwas von dem leckere Knoblauchdip kaufen. 😁


Wochenmarkt in Targu Mures
Später fuhren wir mit dem Auto zum Krankenhaus. Dies ist das einzige im Bezirk Mures und deckt damit ein Gebiet von 6.700 km2 ab - unvorstellbar in Deutschland. Krisztina begleitete uns zu diesem Termin. In der Notaufnahme angekommen, bekamen wir eine exklusive Führung durch alle Räume. Bei der Einlieferung von einem Patienten werden diese in einen von fünf Farbcodes eingeteilt. Rot steht dabei für besonders dringend Fälle. Dem folgt gelb, bei dem Patienten durchaus noch zehn bis fünfzehn Minuten auf eine Arzt warten können. Die weiteren Abstufungen sind grün, blau und weiß. Wobei weiß Patienten umfasst, welche eigentlich keine Notfälle sind und die Notaufnahme nur aufsuchen um schneller behandelt zu werden. die Mitarbeiterin der Notaufnahme erzählte uns viel über die Arbeit in dieser Abteilung. Sie beklagte auch die geringe Privatsphäre der vielen Patienten, welche teilweise nur durch einen Vorhang getrennt nebeneinander liegen. Die Einrichtung der Abteilung war zugegebenermaßen besser als erwartet - farbenfroh und nicht so alt, wie wir erwartet haben. Die Notaufnahme verfügt gerade einmal über sieben Rettungswagen und einen Hubschrauber. Bedenkt bitte die Größe des Gebietes, welche dieses eine Krankenhaus umfasst! Um diese geringe Menge an Rettungswagen aufzustocken, gab es noch einige seeehr alte Fahrzeuge, welche eigentlich gar nicht mehr benutzt werden sollten.


Außenansicht des Krankenhauses




Den Rest des Krankenhauses konnten wir nur sehr kurz sehen und das leider auch ohne eine Führung, weshalb wir darüber nicht aussagekräftig sind. Um ehrlich zu sein, kommt uns das aber auch sehr gelegen, denn das was wir gesehen haben war ziemlich rückschrittlich.

In Rumänien sind die meisten Menschen gesetzlich krankenversichert. Menschen in der Notaufnahme werden allerdings maximal drei Tage lang, auch ohne bestehenden Krankenversicherungsschutz, behandelt. Die Kosten dafür trägt dann die rumänische Regierung. Wir waren beeindruckt wie effizient diese Notambulance arbeitet, jedoch gefiel uns die geringe Privatsphäre der Patienten deutlich weniger.

Mit diesen vielen gesammelte Eindrücken vom heutigen Tag, fuhren wir  noch schnell einen Langos essen. Diesen essen die hier lebenden Ungarn ziemlich gerne. Danach ging’s zurück in unsere Unterkunft.


Auf dem Weg zum Langos 

Morgen geht es für uns wieder in die Partnerschule, wo wir die Klasse von Krisztina, Heni und Noémi besuchen werden. Danach schauen  wir uns einen Kindergarten der Stadt an. 

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Vanessa und Sabrina 😊

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Theater in Rumänien

Hallo, Ihr Lieben!

Unser Tag begann wieder in der Partnerschule „Bolyai Farkas“. In einer elften Klasse erzählten wir erneut von unserem Leben in Deutschland und dem dortigen Schulsystem. Im Gegensatz zu den Klassen davor, interessierte sich diese sehr für Musik. So lauschten wir neben der deutscher Volksmusik auch dem Rapper Kontra K. 

Da wir heute nur eine einzige Unterrichtsstunde in der Schule halten mussten, gingen wir danach noch gemütlich einen Kaffee trinken und zurück zur Unterkunft. Dort angekommen werteten wir unseren gestrigen Besuch der Caritas aus. Durch die Menge an Informationen hatten wir damit genug zu tun. 

Außen pfui, innen hui 
Um 14 Uhr trafen wir uns mit Heni vor der Schule. Gemeinsamen besuchten wir das Nationaltheater von Targu Mures. Réka, eine Mitarbeiterin des Theaters, zeigte uns das gesamte Gebäude und gab uns einige spannende Fakten zu diesem. So gibt es neben einem aus 30 Leuten bestehenden rumänischen Ensemble, ebenfalls ein ungarisches Team mit 34 Schauspielern. Das Theater war nicht so groß und besaß deshalb nur einen größeren Saal mit 600 Sitzplätzen und einen kleinen Saal mit 100 Sitzplätzen. Das Nationaltheater war allerdings trotzdem sehr schön und mit vielen kleinen Details verziert. Beispielsweise gab es eine Bildergalerie, welche alle Schauspieler der entsprechenden Ensembles zeigte oder Wandtapeten, die per Hand von Nonnen gewebt wurden. Réka erzählte uns ebenfalls, dass das verfügbare Budget nur gering ist und deshalb viele Projekte nicht so umgesetzt werden können, wie es sich die Schauspieler wünschen. 

Foyer des Nationaltheaters 
Von Hand gewebte Wandbezug im Foyer 
Großer Theatersaal
Kostümfundus 
Nach unserem sehr ausführlichen Rundgang durch das Nationaltheater, trafen wir uns mit Noémi und Peter. Er ist ebenfalls Schüler unserer Partnerschule. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg in ein Waisenhaus, in welchem acht Mädchen ab 15 Jahren untergebracht sind. Das Kinderheim ist an die Kirche angegliedert und bezieht deshalb seine meisten Einnahmen aus Spenden. Die Stiftung bekommt außerdem von der Gemeinde 400 RON pro Monat für ein Kind. Der Leiter des Waisenhauses erzählte uns ebenfalls, dass die Kinder untereinander eine große Familie bilden. Jeder hilft dem anderen und packt im gemeinsamen Haushalt mit an. 

Was uns überraschte ist, dass das Waisenhaus doch relativ klein war. So gab es für die acht Kinder nur zwei Schlafzimmer und ein Bad. Da immer ein bis zwei Betreuer vor Ort sind, ist eine individuellere Betreuung des Einzelnen möglich, anders als vielleicht in Deutschland, wo viel mehr Kinder gleichzeitig betreut werden müssen.
Einmal im Monat kommt ein staatlicher Aufseher vorbei und prüft wie es den Kindern geht. Der Leiter des Kinderheims erklärte ebenfalls, dass es ein etwas größeres Haus außerhalb der Stadt gibt. Dies bietet 23 Kindern ab sechs Jahren ein neues Zuhause.


Eins der Zwei Schlafzimmer der Waisenkinder 
Im Anschluss an unseren Besuch im Waisenhaus fuhren wir zu einer Sporthalle. Krisztina trainiert dort fast täglich Tischtennis. Sie hat mit 15 Jahren den dritten Platz der Europameisterschaft gewonnen. Krisztina zeigte uns die gesamte Sportanlagen und erklärte einiges zum Sportverhalten der Kinder. So sind viele Kinder aktive Mitglieder in Sportvereinen und nutzten dort ihre kostenfreien Möglichkeiten voll aus. In manchen privaten Sportvereinen muss man einen monatlichen Mitgliedsbeitrag zahlen, in vielen staatlichen Einrichtungen dagegen, so auch in dem Tischtennisverein von Krisztina, zahlt man keinen Beitrag. 

Turnhalle des Sportvereins 

Wir verließen unsere Gastschülerin, damit diese noch trainieren konnte und machten uns zurück auf den Weg in die Unterkunft. Morgen steht bei uns auf jeden Fall ein Besuch des staatlichen Krankenhauses auf der Agenda. Mal sehen, was uns noch alles an neuen Erfahrungen erwartet. 

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Vanessa und Sabrina 😊

Dienstag, 8. Oktober 2019

Trennung auf Zeit

Hallo, ihr Lieben!

Diesen Vormittag verbrachten wir erneut in unsere Partnerschule. Wir besuchten drei zwölfte Klassen. Neben den Vorträgen über unser Bildungssystem, Dresden und das Leben in Deutschland spielte hier auch erstmals das Sozialversicherungssystem eine große Rolle. Rumänien hat, wie Deutschland auch, das bismarcksche Sozialsystem als Grundlage. Trotzdem gibt es hier und da kleine Unterschiede in der Umsetzung. So wird in Rumänien keinen Wert auf Vorsorgeuntersuchungen gelegt, welche in Deutschland immer mehr an Bedeutung gewinnen, um Kosten zu vermeiden. Überraschend für uns war dagegen, dass die Schule eine eigene Krankenschwester hat. Hierher kommen etwa 2.000 Schüler im Jahr mit Anliegen aller Art. 

Die zwölften Klassen waren sehr aufgeschlossen und neugierig über unser Leben in Deutschland. Vor allem interessierten sie sich für Themen, welche in den ungarischen Medien immer wieder behandelt werden. Oft wurden wir deshalb zur Migrationspolitik oder dem Rechtsruck im eigenen Land befragt. 

Nachdem wir heute drei Deutschstunden gestalten durften, ging es für uns zur „Caritas“, dies ist eine internationale Hilfsorganisation, welche in 162 Ländern vertreten ist. Eine Mitarbeiterin des Verbandes, Frau Torak, empfing uns sehr herzlich mit Tee und Gebäck. Sie erklärte uns, dass die Caritas von der Kirche abstammt und in einigen Ländern sogar immer noch an diese gekoppelt ist. Unser zweieinhalbstündiges Interview war sehr aufschlussreich und interessant. Frau Torak beantwortete uns alle Fragen zu Hilfsprojekten, Sozialversicherungen, Arbeitslosigkeit, Gesundheitsversorgung, Armut und vielem mehr.

Andy und Frau Torak
Da wir nicht erwartet hatten, so ein zeitintensives und thematisch breit gefächertes Gespräch mit der Hilfsorganisation zu führen, gerieten wir etwas mit unserem Zeitplan durcheinander. Um 15 Uhr hatten wir bereits wieder einen Termin in der medizinischen Universität, um das Simulationszentrum zu besichtigen. Damit wir diesen Termin wahrnehmen konnten, teilte sich unsere Gruppe. Lara, Vanessa und Pauline fuhren zusammen mit Krisztina und Noémi zur Universität. Andy, Sabrina und Andi blieben jedoch noch bei Frau Torak, um viele weitere Fragen beantwortet zu bekommen. Sie erzählte uns zum Beispiel, dass seit dem EU-Beitritt von Rumänien im Jahr 2007 die Einwohnerzahlen von 21 Mio. auf 19 Mio. gesunken sind. Der Grund dafür ist, dass viele Fachkräfte in westliche Gebiete abwandern.

Der andere Teil unserer Gruppe besuchte dagegen das Simulationszentrum. Hier werden diverse Krankheiten per Computersteuerung an Puppen erprobt. Dies unterstützt die praktische Ausbildung der zukünftigen Ärzte. Die Planung vor Ort war allerdings etwas enttäuschend. Es fühlte sich leider niemand wirklich für uns zuständig und so half uns, dank dem Einsatz von Krisztina, ein Sekretär weiter. Das Zentrum ist ähnlich wie ein Krankenhaus aufgebaut. Eine Studentin aus dem zweiten Semester begleitete unsere Gruppe. Sie erzählte Einiges über ihr Studium. Jedes Semester trainiert an den Puppen, um diverse Symptome zu erkennen und behandeln zu können. Später dürfen bzw. müssen die Studenten auch Leichen obduzieren. Die Körper dafür werden in den meisten Fällen gespendet. 



Später trafen sich alle wieder in unserer Ferienwohnung, damit wir gemeinsam zur Promenda Mall fahren konnten. Unseren Tag könnt ihr übrigens auch regelmäßig aller vier Tage in den Storys von Instagram verfolgen oder jederzeit im Nachhinein in den Highlights unter „Rumänien“ ansehen.

Morgen steht bis jetzt der Besuch eines Sportvereins und eines Waisenhauses auf dem Plan - Änderungen natürlich vorbehalten. 😉

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen! 

Andy, Lara, Pauline, Vanessa und Sabrina 😊

Montag, 7. Oktober 2019

Welcome to „Hogwarts“

Hallo, ihr Lieben!

Heute hieß es zum ersten Mal: auf in die Partnerschule. Um acht Uhr trafen wir uns mit dem Deutschlehrer Attila Puskás. Wir waren überrascht wie traditionell und alt diese Schule war. Es erinnerte uns stark an „Hogwarts“. Im Lehrerzimmer hingen überall Ölgemälde der ehemaligen Schulleiter an den Wänden. Auch im Treppenhaus wurde jeder Abschlussjahrgang ausgehangen. Insgesamt befinden im gesamten Gebäude 162 Fotos der letzten Abschlussjahrgänge.

Unsere Partnerschule


Unsere Partnerschule „Bolyai Farkas“ ist eine ungarische Schule in Rumänien. Obwohl die Ungarn von der Regierung nicht so stark unterstützt werden, ist die Schule akzeptiert und anerkannt. Trotzdem fiel uns auf, dass in der Schule nur eine europäische und eine rumänische Flagge hängt. Die ungarische Flagge haben wir dagegen aussichtslos gesucht.

Eine Schulstunde in Rumänien dauert 50 Minuten. Die Schüler haben zwischen den Stunden gerade einmal zehn Minuten Pause. Frühstücks- und Mittagspause gibt es hier nicht. Unsere Gastschüler essen deshalb immer zu Hause. In der erste Schulstunde standen wir direkt vor einer zehnten Klasse des Gymnasium und erzählten etwas über unsere Heimat. Wir haben einen Vortrag über Dresden und unser Bildungssystem gehalten und eine PowerPoint über das Leben in Deutschland gezeigt. In der zweiten Stunde hielten wir erneut die Vorträge vor einer achten Klasse. Diese Schüler waren viel offener und wissbegieriger, als die vorherigen Schüler. Trotzdem war es für uns eine Herausforderung vor der etwas unruhigen Klasse zu sprechen. Beide Klassen waren etwas schüchtern ihr gelerntes Wissen in Bezug auf ihre Deutschkenntnisse anzuwenden.

  
Attila musste danach in einer fünften Klasse unterrichten. Da diese erst seit einem Monat Deutsch lernen, waren unsere Vorträge nicht wirklich sinnvoll. Schlussendlich gab uns der Deutschlehrer für eine Stunde frei und wir gingen gemütlich eine Kaffee trinken. 

Um elf Uhr trafen wir uns erneut in der Partnerschule. Der Geschichtslehrer der Schule, welcher ebenfalls Attila hieß, zeigte uns unsere insgeheim als „Hogwarts“ bezeichnete Schule. Es war auf jeden Fall sehr interessant das traditionell eingerichteten Chemielabor oder Biologiezimmer zu sehen. Auch die Bibliothek oder das Archiv, welches Klassenbücher seit 1907 beherbergt, sah etwas aus wie in „Hogwarts“. Wir finden diese Schule auf jeden Fall total spannend und schön. Es versetzt einen in die eigene Jugendphase zurück. 

Die schuleigene Bibliothek
Nach unsere Führung durch die Schule trafen wir uns mit Balint, welcher mit uns die städtische rumänische Passbehörde besuchte. Im Gegensatz zu Deutschland befinden sich hier Zulassungsstelle und Passbehörde unter einem Dach. 


Nach diesem kleinen Rundgang trafen wir uns mit einer Dozentin der medizinischen Universität. Hier werden unter anderem die künftigen Ärzte, Zahnärzte oder Physiotherapeuten ausgebildet. Die Mitarbeiterin der Universität erzählte uns einiges über das Gebäude, welches einst als Militärakademie erbaut wurde. In dieser Universität studieren neben Rumänen und Ungarn auch viele internationale Schüler aus Deutschland oder Italien. Durch die hohen Studienanforderungen im eigenen Land, bekommen diese oft nur im Ausland die Möglichkeit ihren Traumberuf zu verwirklichen. Übrigens kostet ein Semester zwischen 3.000 € und 5.000 €. Die Schüler haben bei einen besonders guten Einstellungstest jedoch die Möglichkeit, ein Stipendium zu bekommen. Eine Studentin kam später noch dazu und zeigte uns das gesamte Gelände. Neben dem Sport- und Vorlesungsräumen durften wir ebenfalls im Museum der Universität schnuppern. Hier werden diverse Körperteile von verstorbenen Menschen präpariert und konserviert. Die Uni nutzt dieses Material für ihre Studenten. 


Jede Treppenstufe steht für einen Studiengang, welchen man an der medizinischen Uni studieren kann, es sind allerdings nicht alle aufgezählt.
Nach unserer zweistündigen Führung durch den Campus fuhren wir mit dem Taxi zurück zu unserer Unterkunft und gingen noch ein paar Lebensmittel für den heutigen Abend besorgen. 

Morgen werden wir weitere Vorträge vor einer zwölften Klasse halten. Außerdem steht die Besichtigung des Simulationszentrums der Universität auf dem Plan. Um ehrlich zu sein haben wir noch keine Ahnung, was genau uns dabei erwarten wird...

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Vanessa und Sabrina 😊  

Sonntag, 6. Oktober 2019

Ab heute auf eigenen Beine

Hallo, ihr Lieben!

Heute wachten wir das letzte Mal bei unseren Gastfamilien auf. Diese herzliche und überaus freundliche Art werden wir auf jeden Fall sehr vermissen. 😢

Pauline besuchte mit ihrer Gastfamilie die Großeltern von Andi. Danach fuhren sie zu einem 100 Jahre alten Haus, welches einst den Urgroßeltern gehörte. Nun soll dieses Gebäude zu einem Museum umgebaut werden. 

Das ehemalige Haus von Andis Urgroßeltern
Andy dagegen tauschte sich mit der Familie von Balint über die deutsche und rumänische bzw. ungarische Politik aus. Wir erfuhren alle bei unseren Interviews mit den Familien viele sehr überraschende Dinge. So erzählte uns Heni zum Beispiel, dass es in Transsilvanien verboten ist eine ungarische Flagge aufzuhängen. Dies ist nur an den ungarischen Feiertagen erlaubt und auch nur, wenn gleich daneben eine rumänische Flagge hängt. 

Vanessa holte Lara und Sabrina bei den Gastfamilien ab. Zusammen fuhren sie zur Promenada Mall shoppen. Obwohl heute Sonntag ist haben alle Läden in Rumänien geöffnet - sogar bis 22 Uhr. Nach unserem kleinen Bummel durch die Läden dieser Stadt, aßen wir noch schnell etwas zum Mittag. Wobei schnell eine Wartezeit von einer Stunde beinhaltet.
Pauline und Andy stießen in der Mall zu uns. 

Ab 15 Uhr konnten wir in die neue Unterkunft. Wir warteten geduldig vor der Tür, doch unser Vermieter war leider nirgends zu sehen. Nach einigen Minuten erahnten wir, dass die Schlüssel für die Eingangstür in einer Schlüsselbox waren, welche mit einem Code verschlossen war. Wie das aussah, seht ihr hier:


Alle waren von dem Apartment positiv überrascht. Wir wohnen direkt in einem heruntergekommenen alten Block und waren deshalb zunächst erst einmal skeptisch. Doch unsere Unterkunft ist sauber mit drei Schlafzimmern und zwei Badezimmern und doch ziemlich modern und ordentlich eingerichtet.




Nachdem wir uns in unserer neuen Bleibe eingerichtet hatten, planten wir unser Essen für die kommenden Tage. Direkt gegenüber von unserem Block ist ein kleiner Supermarkt, wo wir einige Lebensmittel besorgen konnten. Umgerechnet haben wir für den Einkauf für fünf Personen nur 40 Euro bezahlt. 💣

Morgen werden wir das erste mal unsere Partnerschule von innen sehen. Zunächst müssen wir mit dem zuständigen Deutschlehrer Rücksprache bezüglich unseres Plans halten, aber so wie es bis jetzt aussieht, sollen wir eine Unterrichtsstunde auf deutsch für die Schüler organisieren. Im Anschluss werden wir zusammen mit den Gastschülern einige Einrichtungen besuchen. Welche das genau sind, erfahr ihr im morgigen Post! 

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Vanessa und Sabrina 😊

Samstag, 5. Oktober 2019

Über das Kaffee trinken und Bären jagen

Hallo, ihr Lieben!

Unser erster und einziger kompletter Tag in unseren Gastfamilien neigt sich leider dem Ende zu.
Für einen Tag haben wir sehr viele verschiedene Dinge erlebt und unternommen.

Los ging es für alle mit einem leckeren Frühstück - Rührei, selbstgemachte Marmelade und Auberginencreme oder auch selbst gebackenes Brot. Es war einfach nur lecker! Allgemein haben wir festgestellt, dass das Essen in Rumänien wirklich vorzüglich ist. 😌

Nach dem Frühstück machte jeder von uns etwas anderes in den einzelnen Familien. Lara besuchte einen Park und ging zusammen mit Heni einkaufen, während Andy und Balint auf einen traditionellen Handwerksmarkt in Targu Mures gingen.


Sabrina und Vanessa ließen den Tag mit Tekla und Noémi dagegen ruhiger angehen und verabredeten sich in einem Café in der Innenstadt.

Nachdem wir wieder alle getrennt Mittag gegessen hatten, machten Pauline, Lara, Sabrina und Vanessa sich auf den Weg zurück nach Sovata, denn in der
Nähe gab es einen Salzwassersee, um welchen wir einen kleinen Spaziergang unternahmen. Unsere Gastgeber zeigten uns außerdem Kürtöskalacs (Baumstriezel), wovon es in Tschechien nur so wimmelt, allerdings kommt dieses leckere Rezept aus Ungarn. ☝
Später gingen wir alle zusammen Abendessen.

See "Ursu"
Kürtöskalacs
Andy hingegen hatte andere Pläne: Er wollte endlich einen Bären vor die Linse bekommen und begab sich mit Balint auf eine mehrstündige Bärenjagd durch den Wald. Leider blieb der erhoffte Erfolg aus, aber der Adrenalinkick war es definitiv wert.


Der heutige Tag stand voll uns ganz unter dem Motto in das Leben der Ungarn einzutauchen und ihre Art von Freizeit und Freundschaft kennenzulernen.
Wir haben in jeder uns verbleibenden freien Minute die vorgefertigten Fragen aus Deutschland bearbeitet und wirklich spannende Diskussionen geführt. Damit haben wir jetzt fünf verschiedene Meinungen zu allen Themen, die sich am Ende super vergleichen lassen.

Wie ihr seht, war dieser Tag mal wieder sehr verworren, aber dafür haben wir viel erleben dürfen, wofür wir unseren Gastfamilien sehr dankbar sind. 💚

Morgen ziehen wir in unsere dritte Unterkunft innerhalb einer Woche - unsere Ferienwohnung. Damit kehrt hoffentlich bald mehr Ruhe und Ordnung in unseren Tagesplan ein. Ansonsten haben wir vor nach Schäßburg zu fahren und uns diese Stadt einmal näher anzuschauen, bevor es dann am Montag wieder in die Schule geht.

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Lara, Pauline, Sabrina und Vanessa 😊

Freitag, 4. Oktober 2019

Auf in unsere Gastfamilien!

Hallo, ihr Lieben!

Der heutige Tag war für uns sehr hektisch und gleichzeitig aufregend.

Unser Morgen bestand daraus, die vergangene Woche Revue passieren zu lassen. Dazu sollten wir mit Hilfe eines Seiles unsere gefühlsmäßigen Höhen und Tiefen darstellen. Entgegen der Erwartungen zu Beginn der Reise, zogen fast alle von uns ein überwiegend positives Fazit von dieser sehr aktiven Woche.



Bei der Auswertung spielten unter anderem auch die Themen "Gefühle", "Fakten", "Pläne" und " Erkenntnisse" eine Rolle.
Um ehrlich zu sein haben wir das Camp mit sehr gemischten Gefühlen verlassen. Zum einen waren wir froh, diese rustikale Unterkunft verlassen zu können und diese Woche geschafft zu haben und zum Anderen sind wir stolz auf uns selbst, dass wir über uns hinauswachsen sind, auch als Team sind wir sehr stark zusammengeschweißt worden.

Nachdem wir nochmal ordentlich zum Mittag gegessen haben, ging es mit den Autos auf nach Targu Mures in unsere Gastfamilien. 



Unsere anfänglichen Sorgen, wie es uns wohl gefallen wird sind mittlerweile wie weggeblasen - die Ungarn sind die gastfreundlichsten Menschen, die wir je kennengelernt haben. Wir wurden alle durchweg bedient, versorgt und fühlten uns pudelwohl.
Aus Rücksicht auf unsere Gastgeber möchten wir heute noch keine Fotos von unseren Unterkünften posten, vielleicht klappt es ja die Tage mal. 😉

Nun sitzen wir nach einer anstrengenden Woche mit den ungarischen Schülern in einer Bar und lassen den Abend entspannt ausklingen. 

Unser Plan für morgen ist noch etwas ungewiss... aber wir werden euch berichten, wir haben schon so einige Unsicherheiten überwunden. 😁

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Andy, Pauline, Lara, Sabrina und Vanessa 😊

Donnerstag, 3. Oktober 2019

In Rumänien geht es hoch hinaus

Hallo, ihr Lieben, 
nach zwei anstrengenden Tagen voller Action, ging es heute mal etwas stressfreier bei uns zu. Deshalb war es natürlich nicht gleich weniger anstrengend für uns, denn heute standen wir vor der Aufgabe uns im campeigenen Hochseilgarten zu beweisen.

Der Unterschied zu einem Hochseilgarten in Deutschland war die Sicherung - für die waren wir nämlich selbst verantwortlich. Deshalb lernten wir zu Beginn, wie man sich gegenseitig sichert. Das erforderte natürlich viel Vertrauen in unsere Teammitglieder. Das Sicherungsteam bestand aus einem „Erstsicherer“, welcher direkt über ein Seil mit dem Kletternden verbunden war, einem „Anker“ und einem „Zweitsicherer“. Der „Anker“ sorgte dafür, dass der „Hauptsicherer“ nicht vom Boden abheben konnte. Nach einer anfänglichen Übung, die tatsächlich leichter aussah, als sie war, ging es dann auch schon hoch hinaus für uns. Unser erstes Hindernis bestand aus zwei Baumstämmen, welche v-artig, angeordnet waren. Diese Aufgabe konnte nur mithilfe eines eingespielten Teams bewältigt werden. Je eine Person aus der Gruppe stand auf einem Baumstamm. Gegenüberstehend hielten wir uns gegenseitig an den Schultern fest. Jetzt hieß es Körperspannung und nicht nach unten schauen. Am Ende des Baumstammes angekommen, musste man auch irgendwie wieder auf den Boden kommen. Dies ging so von statten, dass wir uns langsam in unser Seil lehnten - natürlich mit viel Vertrauen gegenüber dem Sicherungsteam. 
Jedes Paar aus unserer Gruppe meisterte diese Herausforderung super. 



Das zweite Hindernis namens „Jakobsleiter“ war dagegen nichts für schwache Nerven. Diese Aufgabe konnte wieder nur zu zweit gelöst werden. Baumstämme waren in immer größeren Abständen übereinander an Seilen befestigt. Sehr stabil war dies jedoch nicht. Kaum hatte man den ersten von fünf Balken erreicht, begann auch schon der Balanceakt. Nur indem man sich gegenseitig festhielt, abstützte oder hochzog, konnte man den Balken über sich erreichen. Wider der Erwartungen schafften es fast alle Teams bis ganz nach oben. Dies gelang allerdings nur, wenn man seine eigenen Grenzen überschritt.




Die letzte Herausforderung war eine acht Meter hohe Kletterwand. Allerdings konnte nur Krisztina den Aufstieg hinauf wagen, da uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung machte. Durch die Holzüberdachung des Hochseilgartens war es bei dem eintreffenden Gewitter zu gefährlich. Wir begaben uns schnell in unser Haupthaus zurück und versammelten uns zu einer kleinen Auswertungsrunde vom heutigen Tag. Besonders die Themen Vertrauen, Unterstützung und Überwindung spielten eine große Rolle. 

Danach setzten wir uns etwas ausgepowert mit den Ungarn in einer gemütlichen Runde zusammen und erstellten einen genauen Wochenplan für die kommende Projektwoche. Es stehen viele Besuche in den unterschiedlichsten Einrichtungen in Targu Mureş an. Seid also gespannt was alles auf uns zukommt. 

Um den letzten Abend im Camp ausklingen zu lassen, bereiten wir heute noch ein kleines Lagerfeuer - natürlich inklusive Knüppelkuchen - vor. Denn morgen heißt es für uns Koffer packen und ab zu den Gastfamilien. Das halten wir aber für euch in den Storys von Instagram fest. 

Bis dahin, viszlát - auf Wiedersehen!

Lara, Andy, Pauline, Sabrina und Vanessa 😊